top of page

Urleiwand und ein Grund zum Nachdenken: Ein Blick hinter die Kulissen des Nova Rock

  • 1. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Es ist dieser ganz besondere Flow, die pure Freude am Leben und eine tief verwurzelte Freundlichkeit, die das Nova Rock Festival jedes Jahr ausmachen. Wo sonst fragt dich das wildfremde Mädchen neben dir völlig unvoreingenommen: „Magst auch ein Plastiksackerl zum Draufsitzen?“.

Man wandert gemütlich von einer Bühne zur nächsten und holt sich genau das ab, worauf man gerade Lust hat. Die Bandbreite ist gigantisch: Vom klassischen Rock wie The Cure über Metal-Urgesteine wie Iron Maiden bis hin zu Power Metal von Sabaton. Und dazwischen? Da feiert man eben die Italo-Schlager-Klänge von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys oder die eher experimentellen Töne von Bad Omens.  

Genauso divers wie das Line-up sind inzwischen auch die Fans. Vor den Bühnen sieht man alle erdenklichen Paarkombinationen und wirklich jeden Kleidungsstil – vom Schneewittchen-Kostüm über das klassische Bob-Marley-Shirt bis hin zum bunten Blumenhemd. Wir selbst waren übrigens ganz traditionell unterwegs: Jeans und Band-Shirt.  






Die Sache mit der Diversität

Schaut man allerdings von der Crowd hinauf auf die Bühnen, sieht es mit der Geschlechter-Diversität leider noch nicht ganz so rosig aus. Früher waren Rock und Metal sowohl auf der Bühne als auch davor eine extrem männlich dominierte Angelegenheit. Doch zumindest im Publikum ändert sich das spürbar: Bei Iron Maiden haben wir den Frauen-Männer-Anteil heuer auf immerhin 40:60 geschätzt.  


Auch in den Bands tut sich was. Die Musikforschung zeigt, dass die Präsenz von Frauen seit den 2000er-Jahren kontinuierlich zunimmt (ein prominentes Beispiel aus dem Mainstream ist hier etwa die Neubesetzung bei Linkin Park). In bestimmten Subgenres wie dem Symphonic Metal sind Frauen mittlerweile ohnehin extrem stark vertreten und nicht mehr wegzudenken.  


Neue Männlichkeit im Metalcore und Nu Metal

Ein besonders positiver Aspekt, der in der Diskussion oft übersehen wird: Die moderne Metal-Szene bringt viele großartige, positive männliche Vorbilder hervor, insbesondere in Genres wie Nu Metal oder Metalcore. Diese Musiker brechen das klassische, oft toxische männliche Rollenbild auf beeindruckende Weise auf:  

  • Emotionale Tiefe: Sie setzen sich in ihren Songtexten intensiv und tiefgründig mit den eigenen Gefühlen auseinander.  

  • Enttabuisierung von Mental Health: Sie gehen auf der Bühne und in Interviews völlig offen mit eigenen psychischen Problemen um.  

  • Verantwortung und Care-Arbeit: Sie sorgen sich aktiv um das Wohl ihrer Fans bei Konzerten. Es gibt etliche Videos (wie dieses beeindruckende YouTube-Beispiel), die zeigen, wie Frontmänner Shows unterbrechen, um aggressives oder rücksichtsloses Verhalten im Moshpit sofort scharf zu kritisieren. 

  • Warum das so wichtig ist? Studien belegen, dass sich männliche Personen bei der Identitätsfindung primär an männlichen Vorbildern orientieren, weil sie sich schlicht besser mit ihnen identifizieren können. Wenn die Idole einer vermeintlich „harten“ Szene zeigen, dass Empathie, psychische Gesundheit und Rücksichtnahme Stärken sind, hat das eine enorme Hebelwirkung für eine ganze Generation von Fans.  

    Das Nova Rock ist also nicht nur ein Ort für laute Gitarren und gute Laune – es ist auch ein Seismograph für eine Szene, die sich positiv weiterentwickelt.  





bottom of page