Die Frau, die den Globus eroberte: Das unglaubliche Leben der Ida Pfeiffer
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Was macht eine Frau im Wien des Jahres 1842, nachdem ihre Kinder ausgezogen sind und ihr Ehemann verstorben ist?

In der Biedermeier-Zeit erwartete man Bescheidenheit und einen Rückzug ins Private. Doch Ida Pfeiffer hatte andere Pläne. Mit 44 Jahren verkaufte sie ihr Hab und Gut und brach allein zu ihrer ersten großen Reise auf.
Von Wien ins Heilige Land
Ihre erste Reise tarnte sie offiziell als Pilgerfahrt nach Jerusalem – eine der wenigen akzeptablen Begründungen für eine alleinreisende Frau dieser Zeit. Doch Ida wollte mehr als nur beten; sie wollte die Welt mit eigenen Augen sehen. Sie reiste über Konstantinopel und Ägypten bis nach Palästina und führte akribisch Tagebuch.
Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie diese Aufzeichnungen anonym. Der Erfolg war so groß, dass sie genug Geld verdiente, um ihre nächsten Expeditionen zu finanzieren.

Zweimal um die Welt
Ida Pfeiffer war nicht einfach nur eine Touristin. Sie war die erste Frau, die die Welt allein umrundete – und das gleich zweimal!
Die erste Weltreise (1846–1848): Über Brasilien, Chile, Tahiti und China bis nach Indien und Persien.
Die zweite Weltreise (1851–1855): Diese führte sie unter anderem nach Südafrika, Borneo, Java und Sumatra.
Dabei trotzte sie Stürmen, Krankheiten und sogar Angriffen. Auf Borneo lebte sie bei den Dayak, die damals als "Kopfjäger" gefürchtet waren. Ida begegnete ihnen mit Respekt und Neugier statt mit Vorurteilen – eine für ihre Zeit bemerkenswerte Haltung.
Mehr als nur Reiseberichte
Ida Pfeiffer war auch eine Amateur-Naturforscherin. Sie sammelte Tausende von Pflanzen, Insekten und Mineralien, die sie an Museen in Wien und Berlin verkaufte. Viele Arten wurden nach ihr benannt, was ihre wissenschaftliche Anerkennung unterstreicht.
Warum wir Ida Pfeiffer heute noch feiern sollten
In einer Ära, in der Frauen rechtlich und sozial extrem eingeschränkt waren, bewies Ida, dass Entschlossenheit und Mut keine Geschlechtergrenzen kennen. Sie reiste nicht mit großem Gefolge, sondern oft unter einfachsten Bedingungen, um Land und Leute wirklich kennenzulernen.

Was können wir heute von ihr lernen? Vielleicht, dass es nie zu spät ist, einen Traum zu verwirklichen, und dass Neugier die beste Medizin gegen Engstirnigkeit ist.
Haben Sie schon einmal von Ida Pfeiffer gehört oder gibt es eine andere historische Entdeckerin, die Sie fasziniert? Schreiben Sie an redaktion@dieamstettnerin.at


